Rechenzentren ja, aber mit Augenmaß!

FDP Maintal bringt Thema in die kommende Stadtverordnetenversammlung ein
„Wer Teil des digitalen Zeitalters sein möchte, braucht Rechenzentren!“ positioniert sich der FDP-Ortsvorsitzende Leo Hoffmann deutlich zugunsten des Baus von Rechenzentren in Maintal. In Zukunft werden die Wirtschaft und die Bürger ohne digitale Infrastruktur nicht mehr auskommen. Daher sollte aus Sicht der Freien Demokraten die Chance ergriffen werden, die sich durch die beiden Planungen ergaben. „Wir sollten endlich mal einen positiven Effekt davon haben, dass wir im Rhein-Main-Gebiet liegen,“ findet Leo Hoffmann als Vorsitzender des Ausschusses für Mobilität und Digitalisierung und spricht sich dagegen aus, nur die negativen Folgen der Lage Maintals zu betonnen.
„Die FDP ist sich bei aller positiven Grundhaltung natürlich dessen bewusst, dass der Neubau von zwei Rechenzentren auch Folgewirkungen hat,“ ergänzt der Fraktionsvorsitzende Thomas Schäfer und kündigt an, dass die FDP einen umfassenden Fragenkatalog an den Magistrat gerichtet hat, der zur kommenden Stadtverantwortung beantwortet werden soll. Dabei geht es nicht nur um den Energieverbrauch der neuen Einrichtungen, sondern auch um die Umwelteinflüsse. Es gehe darum Fakten zu ermitteln, nicht mit Mutmaßungen zu arbeiten.
„Insbesondere wollen wir wissen, welches Genehmigungsverfahren für die Rechenzentren vorgesehen ist und welche Beteiligungsmöglichkeiten für die Maintaler Bürger bestehen,“ ergänzt Thomas Schäfer. Der FDP ist es wichtig, die Sorgen der Menschen ernst zu nehmen, die sich bereits in vielen Wortmeldungen ausdrücken. Veränderungen in Maintal werden nur dann Akzeptanz finden, wenn die Betroffenen ernst genommen werden.
„Insbesondere wollen wir nicht, dass mit dem Bau der Rechenzentren durch die Hintertür ein Zwang zur Abnahme von Fernwärme entsteht,“ stellt der Fraktionsvorsitzende einen Antrag der FDP vor, nach dem die Stadtverordnetenversammlung dies ausschließt. „Weil es entsprechende rechtliche Möglichkeiten im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung gibt, möchten wir ausdrücklich festhalten, dass auch in Zukunft die Bürger selbst entscheiden dürfen, wie sie ihre Häuser heizen wollen,“ ergänzt Leo Hoffmann, der Befürchtet, dass bestimmte Interessensgruppen nur darauf warten, mit einem Fernwärmenetzt genau diesen Zwang einzuführen.
„Es ist bedauerlich, dass vor einigen Jahren die FDP-Initiative, einen Ausbauplan für Rechenzentren in Maintal zu schaffen, nicht befolgt wurde,“ erinnert Leo Hoffmann an einen Antrag der FDP. Jetzt laufe man wieder einmal der Lage hinterher. „Wir sollten uns trotzdem nicht mit dem Versprechen hoher Gewerbesteuereinnahmen zu Eile drängen lassen, wie es die Bürgermeisterin gerade macht,“ ergänzt Thomas Schäfer. Beide verweisen darauf, dass die Rechenzentren frühestens im neuen Jahrzehnt in Betrieb gehen werden und zu Steuerzahlungen führen werden. Damit würden die aktuellen Haushaltsprobleme nicht zu lösen sein. Deshalb dürfe es jetzt keine Hauruck-Aktion geben, sondern ein geordnetes Genehmigungsverfahren für die beiden Anlagen.
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