Masterplan Asyl

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Die Stadtverordnetenversammlung dankt den Mitgliedern der AG Asyl 2016 für ihre engagierte Arbeit und nimmt den nunmehr überarbeiteten Masterplan zur Unterbringung von Asylbewerbern zu Kenntnis und macht ihn zur Grundlage seiner weiteren Beschlussfassung, die die Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung vom 13. Juli 2015 bekräftigt und fortschreibt.

Der Zustrom von Asylbewerbern nach Deutschland stellt das gesamte Land und auch die Stadt vor große Herausforderungen. Bürger, Verwaltung und politische Gremien der Stadt sind gewillt, die Herausforderungen anzunehmen und für ausreichend Unterkünfte für die eintreffenden Flüchtlinge zu sorgen. Nach den jüngsten Prognosen der Bundesregierung ist mit einer noch höheren Zuweisung von Flüchtlingen für Maintal zu rechnen. Die jetzige Flüchtlingswelle ist nicht vergleichbar mit dem Flüchtlingsstrom in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts oder nach dem zweiten Weltkrieg. Gerade die kulturellen Unterschiede bei vielen Flüchtlingen stellen eine besondere Herausforderung dar, die es mit geeigneten Integrationsbemühungen zu bewältigen gilt.

Die Stadtverordnetenversammlung fordert die Bundesregierung und die Landesregierung auf, unverzüglich die notwendigen Finanzmittel zur Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge den Kreisen und Gemeinden zur Verfügung zu stellen. Ebenso sind die Anerkennungsverfahren zügig durchzuführen, um den Flüchtlingen schnell Sicherheit über ihren Status zu geben und diejenigen Flüchtlinge, die in ihren Heimatländern keiner Verfolgung ausgesetzt sind, wieder zurückzuführen. Nur so kann eine angemessene Betreuung der Flüchtlinge ermöglicht werden, die eine Aussicht auf eine Anerkennung ihres Status haben.

Die Stadtverordneten bitten die Eigentümer von Wohnungen und umnutzbaren Gewerbeflächen, diese zu wirtschaftlich vertretbaren Preisen der Stadt für die Unterbringung von Flüchtlingen zu vermieten. Sie fordern den Magistrat auf, die laufenden Anstrengungen in diese Richtung weiter zu verstärken. Außerdem wird der Magistrat beauftragt, leerstehenden Wohnraum zu ermitteln und in intensiven Gesprächen mit den Eigentümern diese dazu zu bewegen, diese Wohnungen zur Flüchtlingsunterbringung zu ortsüblichen Mieten an die Stadt zu vermieten.

Die Stadtverordnetenversammlung stellt darüber hinaus fest, dass die Betreuung der Flüchtlinge mit dem Bau von Unterkünften und der Begleitung durch die vielen ehrenamtlichen Helfer und die Mitarbeiter der Verwaltung nicht endet. Die wesentlich größere Herausforderung stellt die sprachliche und kulturelle Integration der anerkannten Flüchtlinge und Asylbewerber. Dazu ist erforderlich, den  Flüchtlingen auch weiterhin während der Anerkennungsphase Deutschkurse zu ermöglichen, um unsere Sprache zu lernen. Kinder und Jugendliche müsse schnell in die Betreuung in Kitas und Schulen eingebunden werden. Durch das Angebot von Ein-Euro-Jobs und gemeinnützigen Arbeiten kann die Monotonie des Alltags der Flüchtlinge durchbrochen werden und die Akzeptanz in der Bürgerschaft erheblich gesteigert werden. Die Stadtverordnetenversammlung fordert den Magistrat auf, in Zusammenarbeit mit dem Kreis und der Arbeitsagentur hierzu Strukturen aufzubauen und diese personell ausreichend auszustatten.

Wesentlich für die Integration ist auch das Verständnis und die Anerkennung der freiheitlich demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland. Dazu gehören insbesondere der Ausschluss jeglicher Gewalt und die Achtung der im Grundgesetz konkretisierten Menschenrechte.

Für die Phase nach der Anerkennung müssen die Betreuungsstrukturen dazu beitragen, den Flüchtlingen dabei zu helfen, Ausbildungsmöglichkeiten, Arbeitsplätze und eigenen Wohnraum zu finden. Dazu können beitragen:

Maßnahmen zur Umsetzung:

Im Rahmen der Planung für die kommenden Jahre bis 2018 geht die Stadtverordnetenversammlung davon aus, dass die Zahl der zu schaffenden Plätze nur groß geschätzt werden kann, wobei sich die Schätzung täglich ändern kann. Es wird zunächst mit 300 weiteren Unterbringungsplätzen pro Jahr von 2016-2018 für Flüchtlinge geplant. Der Magistrat soll aber bereits Vorbereitungen treffen, eine schnellere Realisierung der Maßnahmen durchzuführen, wenn die Flüchtlingszahlen stärker als geplant anwachsen.